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JAHRESKREIS
11. WOCHE - FREITAG

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Wo dein Herz ist ...

Vernehmen, wie man mit dem Herzen vernimmt.
Die christliche Familie.
Gefährdungen und Schwierigkeiten.

I. Wenn der Herr uns heute im Evangelium rät, keine Schätze hier auf Erden zu sammeln, wo Motte und Wurm sie zerstören und Diebe einbrechen und sie stehlen1, zielt sein Wort auf das Herz - die innerste Mitte des Menschen. Das Herz ist auf Gott hin erschaffen und - wenn es auf ihn ausgerichtet bleibt - kann es viel Gutes sammeln, das den Menschen reich macht. Wenn das Herz aber Gott vergißt, wird ihm alles, was es sammelt, zur Last. Es wird dann von Mal zu Mal schwieriger, die Anregungen Gottes zu vernehmen und das Irdische zu relativieren. Dann kann das Edelste verderben.

Der heilige Augustinus erzählt in seinen Bekenntnissen, wie ihm bei der Lektüre eines neuplatonischen Philosophen die Geistigkeit Gottes aufging: »Gemahnt, zu mir selbst zurückzukehren, kehrte ich unter deiner Führung in mein Inneres ein (...) und schaute mit dem Auge meiner Seele, so schwach es auch noch war, über meinem Geist das ewig unveränderliche Licht, nicht dies alltägliche, das allem Fleische sichtbar ist. (...) Und ich vernahm, wie man mit dem Herzen vernimmt. Und keine Möglichkeit war mehr, zu zweifeln.«2

In dieser Hinwendung zum eigenen Herzen erkannte er, wie alles unter Gott steht und wie »es auch Gutes gibt, was dem Verderben unterliegt (...), daß es ganz natürlich ist, wenn einem kranken Gaumen das Brot nicht mundet, das dem Gesunden so wohl schmeckt, und kranken Augen das Licht verhaßt ist, das klaren so lieblich ist.«3

Es ist gut, diese Erfahrung aufzugreifen und sich ungeschminkt zu fragen: Woran hängt mein Herz? Was ist mein Schatz, die Mitte meines Denkens und Wünschens? Führt mich das, was ich im Herzen trage, zu Gott? Oder sind meine Sorgen zur Mitte geworden, die den Blick aufs Ziel verstellen: Geschäft, Karriere, Studium, Haushalt? Es kann sein, daß wir uns einmal eingestehen müssen: Viel zu vieles belastet mich, ich sehe Menschen und Dinge viel zu sehr aus dem Blickwinkel meiner Interessen. »Im Maß, in dem einer immer sich selber sucht, sich selbst verwirklichen möchte und auf das Gelingen und Erfüllen seines Ich starrt, wird dieses Ich widerwärtig, ärgerlich und unbefriedigend. Es löst sich in tausend Gestalten auf, und am Ende bleibt nur die Flucht vor sich selbst, die Unfähigkeit, es mit sich auszuhalten.«4 Im Maße jedoch, wie sich einer nicht als Zentrum des Universums sieht, sondern sich zusammen mit vielen anderen zur Nachfolge gerufen weiß, findet er Frieden und kann Frieden geben.

Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Wenn unser Herz bei Gott ist, wird uns nichts bedrängen und alles seinen ihm gemäßen Stellenwert finden: Gesundheit, Ansehen, Wohlstand, Entspannung und so vieles andere mehr. Wo Christus die wirkliche Mitte ist, da entsteht eine Abstufung der Güter, die ein Christ, berufen zu einem Leben mitten in der Welt, erstreben darf. Wir entdecken dann die wahre Selbstliebe, die den Egoismus ausschließt. Wir schaffen Platz für die anderen.

II. Zu den Reichtümern des Herzens gehört die Liebe, die aufrichtige und selbstlose Sorge um unsere Familienangehörigen. Besonders sie läßt uns erfahren - positiv oder auch negativ -, daß Offensein für die anderen uns auf die natürlichste Weise dem eigenen Egoismus entkommen läßt.

»Gott wollte für die Menschheit einen Zustand der Harmonie und des Friedens, wofür er in der Natur des >nach seinem Bild< geschaffenen Menschen selbst den Grund legte.«5 Diese Ebenbildlichkeit verwirklicht sich nicht nur im Einzelnen, sondern auch in jener einzigartigen Personengemeinschaft, die in Liebe von einem Mann und einer Frau gebildet wird. Die Familie gehört zu den Gütern, die wir als gottgewolltes Geschenk betrachten dürfen - als einen Schatz, den wir mit den anderen Familiengliedern gemeinsam besitzen.

Die Familie ist nicht nur der Ort der natürlichen Persönlichkeitsentfaltung, sie ist aus der Sicht des Glaubens »eine Gemeinschaft von Personen, ein Zeichen und Abbild der Gemeinschaft des Vaters und des Sohnes im Heiligen Geist«6. Sie ist auch der Ort des ursprünglichsten apostolischen Zeugnisses: »In der christlichen Familie beginnt die Evangelisierungstätigkeit der Kirche. Die Familien sind die ersten Schulen der Glaubenserziehung, und nur wenn diese christliche Einheit erhalten bleibt, wird es möglich, daß die Kirche ihre große Sendung in der Gesellschaft und in der Kirche selbst erfüllt.«7

»Ihre erste Aufgabe ist es, die Wirklichkeit ihrer Einheit treu zu leben in dem ständigen Bemühen, eine echte Gemeinschaft von Personen zu bilden.«8 Sie »ist als grundlegende und unersetzliche erzieherische Gemeinschaft der bevorzugte Träger für die Weitergabe jener religiösen und kulturellen Werte, die der Person helfen, zu ihrer Identität zu gelangen«9.

Die Familie ist und soll zu etwas werden: »Jede Familie entdeckt und findet in sich selbst den unüberhörbaren Appell, der gleichzeitig ihre Würde und ihre Verantwortung angibt: Familie >werde<, was du >bist<!«10 Früher waren Ehe und Familie nicht nur Lebensgemeinschaft sondern auch Produktions- und Wirtschaftsgemeinschaft. Heute hat die moderne Industriegesellschaft die Lebensbedingungen für Ehe und Familie grundlegend verändert und neue Spannungen geschaffen, = 10 Früher waren Ehe und Familie nicht nur Lebensgemeinschaft, sondern auch Produktions- und Wirtschaftsgemeinschaft. Heute hat die moderne Industriegesellschaft die Lebensbedingungen für Ehe und Familie grundlegend verändert und neue Spannungen geschaffendie zu den natürlichen innerfamiliären Spannungen hinzukommen. Sie können die innere Harmonie erschweren, so »wenn die Arbeit die Eheleute einander fernhält oder wenn das Fehlen oder die Bedrohung des Arbeitsplatzes sie der drängenden Sorge ums Überleben und der Angst vor einer unsicheren Zukunft unterwirft«11. Belastende Spannungen entstehen durch unsoziale Gesetze, familienfeindliche Steuerlasten, materialistisch geprägte Erziehungspläne, eine erschwerte Vereinbarkeit von Kindererziehung und außerhäuslicher Arbeit, durch übertriebenen staatlichen Interventionismus, der elementare Prinzipien des Erziehungsrechts der Eltern verletzt. Das Kleinbeigeben vieler, die ihre Rechte nicht mehr verteidigen, erleichtert das Eindringen von materialistischen Vorstellungen in pädagogische Richtlinien, Programme und Lehrbücher. Die Eltern müssen sich bewußt sein, daß keine irdische Gewalt ihnen die Verantwortung nehmen kann, die Gott ihnen für ihre Kinder auferlegt hat. Aber nicht nur die Eltern, jeder hat vom Herrn in unterschiedlicher Form die Sorge um andere anvertraut bekommen: als Lehrer, Priester, Pate, Verwandter oder Nachbar.

»Ehe und Familie sind wichtiger denn je: Keimzellen zur Erneuerung der Gesellschaft, Kraftquellen, aus denen das Leben menschlicher wird, (...) Netz, das Halt und Einheit gibt und heraushebt aus den Strömungen der Tiefe. Lassen wir nicht zu, daß dieses Netz zerreißt! Staat und Gesellschaft leiten ihren eigenen Zerfall ein, wenn sie Ehe und Familie nicht mehr wirksam fördern und schützen und andere, nicht-eheliche Lebensgemeinschaften ihnen gleichstellen. Alle Menschen guten Willens, besonders wir Christen, sind aufgerufen, die Würde und den Wert von Ehe und Familie neu zu entdecken und überzeugend vorzuleben.«12

III. »Die christliche Familie ist eine spezifische Darstellung und Verwirklichung der kirchlichen Gemeinschaft. Sie kann und muß deshalb auch >Hauskirche< genannt werden. Sie ist eine Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.«13 Sie »ist berufen, ein leuchtendes Zeichen der Gegenwart Christi und seiner Kirche auch für die >Fernstehenden< zu sein, für die Familien, die noch nicht glauben, und für jene christlichen Familien, deren Leben dem einst empfangenen Glauben nicht mehr entspricht.«14

In der Alltagswirklichkeit wird dieses Idealbild durch unsere Unzulänglichkeiten oftmals verdunkelt, ähnlich wie es mit der Wirklichkeit des mystischen Leibes Christi, der Kirche, geschieht. Soweit sie von Christus gestiftet wurde, ist sie makellos, soweit sie von den Menschen verwaltet wird, wird sie immer wieder verunstaltet. Traurige Erfahrungen sind nicht selten. Besonders bedrückend ist es, wenn Familienmitglieder in innere Distanz zu ihrem Glauben treten oder ihn aufkündigen. Oft kann da nur Beten und eine ungebrochene menschliche Zuwendung helfen. Gefährdete Ehen, innere Zerwürfnisse, Ehescheidungen, Gleichgültigkeit im Glauben, die sogenannte »Ehe auf Probe« und eheähnliche Verbindungen gibt es auch unter Katholiken.

Eine weitere, schmerzliche Herausforderung ist die Situation der wiederverheirateten Geschiedenen. Die Kirche bekräftigt ihre auf die Heilige Schrift gestützte Praxis, sie nicht zum eucharistischen Mahl zuzulassen, »denn ihr Lebensstand und ihre Lebensverhältnisse stehen im objektiven Widerspruch zu jenem Bund der Liebe zwischen Christus und der Kirche, den die Eucharistie sichtbar und gegenwärtig macht«15. Sie erinnert aber vor allem die Hirten daran, »daß sie um der Liebe willen zur Wahrheit verpflichtet sind, die verschiedenen Situationen gut zu unterscheiden« und »den Geschiedenen in fürsorgender Liebe beizustehen, damit sie sich nicht als von der Kirche getrennt betrachten, da sie als Getaufte an ihrem Leben teilnehmen können, ja dazu verpflichtet sind. Sie sollen ermahnt werden, das Wort Gottes zu hören, am heiligen Meßopfer teilzunehmen, regelmäßig zu beten, die Gemeinde in ihren Werken der Nächstenliebe und Initiativen zur Förderung der Gerechtigkeit zu unterstützen, die Kinder im christlichen Glauben zu erziehen und den Geist und die Werke der Buße zu pflegen, um so von Tag zu Tag die Gnade Gottes auf sie herabzurufen. Die Kirche soll für sie beten, ihnen Mut machen, sich ihnen als barmherzige Mutter erweisen und sie so im Glauben und in der Hoffnung stärken.«16

Zu einem intakten Familienleben gehört ganz besonders, daß man Zeit füreinander hat: Feste zu feiern, miteinander zu sprechen, zuzuhören, zu verstehen, gemeinsam zu beten. Natürlich ist die Zeichenhaftigkeit des gemeinsamen Familiengebetes besonders wichtig: der gemeinsame Kirchgang am Sonntag, das Gebet der Eltern mit den kleinen Kindern vor dem Schlafengehen, das Tischgebet ... Gelegentlich wird es auch möglich sein, den Rosenkranz ganz oder teilweise gemeinsam zu beten, besonders an einem familiären Gedenktag.

Die Heilige Familie von Nazaret möge uns helfen, im Kreise der Familie Schätze zu sammeln im Himmel, wie es im Evangelium heißt.

1 Mt 6,19-21. - 2 Augustinus, Bekenntnisse, 7,10. - 3 ebd., 7,16. - 4 J.Ratzinger, Auf Christus schauen, Freiburg 1989, S.98. - 5 Johannes Paul II., Botschaft zur Feier des Weltfriedenstages, 1.1.1994. - 6 Katechismus der Katholischen Kirche, 2205. - 7 Johannes Paul II., Ansprache in Guadalajara (Mexiko), 30.1.1979. - 8 ders., Apost. Schreiben Familiaris consortio, 22.11.1981, 18. - 9 ders., Botschaft zur Feier des Weltfriedenstages, 1.1.1994. - 10 ders., Apost. Schreiben Familiaris consortio, 22.11.1981, 17. - 11 ders., Botschaft zur Feier des Weltfriedenstages, 1.1.1994. - 12 ders., Predigt in Köln, 15.11.1980. - 13 Katechismus der Katholischen Kirche, 2204. - 14 Johannes Paul II., Apost. Schreiben Familiaris consortio, 22.11.1981, 54. - 15 ebd., 84. - 16 ebd.

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